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Rumänien-Blog


Vom Dorf zur Hauptstadt: Bukarests Geschichte

Mit der Vereinigung der Fürstentümer Walachei und Moldau (rumänisch: Principatele Unite ale Țării Românești și Moldovei) 1859 und der zwei Jahre später folgenden Proklamation des Fürstentums Rumänien wurde Bukarest zur Hauptstadt des neuen Fürstentums und zur zentralen Metropole ganz Rumäniens (rumänisch: România). Der Weg dorthin war kurvenreich.

Zwar gab Österreich Bukarest (rumänisch: București) 1791 wieder heraus, doch es folgten Naturkatastrophen, Epidemien und eine Feuersbrunst. Während des Russisch-Türkischen Krieges geriet die Stadt 1807 unter die Herrschaft russischer Truppen. Mit dem ersten Frieden von Bukarest endete 1812 der Krieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich, und damit der siebte der vielen Kriege zwischen den Kontrahenten. Ausgelöst worden war dieser durch die russische Besetzung der Fürstentümer Moldau und Walachei, beendet wurde er wegen des bevorstehenden Einmarschs Napoleons I. nach Russland. Einen Zweifrontenkrieg wollte der russische Zar vermeiden. Um die Jahrhundertwende führten die Ausbeutung des walachischen Volkes und die Verbreitung revolutionären Gedankenguts aus dem französischen Bürgertum zur Verfestigung einer antiosmanischen öffentlichen Stimmung. 1821 kam es zum Aufstand. Im Frühjahr hielt sich der walachische Revolutionär Tudor Vladimirescu in Bukarest auf. Vladimirescu hatte bis 1812 auf russischer Seite am Krieg teilgenommen, sich später der Philike Hetairia angeschlossen, deren Ziel die Befreiung Griechenlands von den Osmanen und die Errichtung einer modernen griechischen Republik war. In Bukarest kämpfte er als Anführer des Volksaufstandes gegen das Feudalsystem und die türkische Vorherrschaft. Alexandros Ypsilantis, vorgestellt im Blogbeitrag Mai, sah Vladimirescus Agieren jedoch als Verrat an, ließ ihn festnehmen und hinrichten. Türkische Truppen besetzten București. Während des rumänischen Sozialismus verlieh der Staat ab 1966 den Orden Tudor Vladimirescu (rumänisch: Ordinul Tudor Vladimirescu) für besondere Verdienste bei der Erringung und Verteidigung der sozialen und staatlichen Ordnung. 1829 wurde Bukarest erneut unter russische Protektion gestellt, die Stadtgrenzen neu festgelegt und ein Komitee zur Verschönerung der Stadt einberufen. 1848 war Bukarest Zentrum der Walachei-Revolution, die nach drei Monaten niedergeschlagen wurde. In den folgenden Jahren wechselten sich russische, türkische und österreichische Truppen mit der Besetzung Bukarests ab. 1857 brachte man die spätere Staatsgründung Rumäniens auf den Weg. Auf Erlass des Sultans trat ein Gremium mit dem klangvollen Namen Diwan Ad-hoc-Versammlung zusammen, welches eine Resolution verabschiedete, die auch die Vereinigung Rumäniens zu einem Staat vorsah. 1861 war es soweit: Am 24. Dezember proklamierte Alexandru Ioan Cuza die Bildung des Fürstentums Rumänien aus den Donaufürstentümern Moldau und Walachei. Ein Jahr später erfolgte die formale Vereinigung der beiden Fürstentümer, Bukarest wurde zur Hauptstadt. Der Staatsgründer und erste Fürst des Fürstentums Rumäniens Cuza war in Iași (Blogbeitrag Januar 2019) in der Region Moldau geboren, hatte in Paris studiert und war nach seiner Beteiligung am Aufstand von 1848 nach Siebenbürgen geflohen. Als Fürst begann er das Land nach französischem Vorbild zu modernisieren und den Bodenbesitz zu reorganisieren. 1866 zwang ihn eine konspirative Gruppe seiner Gegner zur Abdankung, er verließ das Land Richtung Paris.

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