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Rumänien-Blog


Exkursion nach Italien: Rumänien in Venedig

How will we live together? Vor zwei Jahren reisten wir per Blog nach Venedig, wo Rumänien mit dem Beitrag Fading Borders (deutsch: Verblassende oder verschwindende Grenzen) auf der 17. Internationale Architekturbiennale Venedig (italienisch: Mostra internazionale di architettura di Venezia) vertreten war, nachzulesen im Blog Oktober 2021. In diesem Jahr findet die 18. Ausgabe statt. Wir fahren hin.

The Laboratory of the Future betitelte die ghanaisch-schottische Kuratorin Lesley Lokko die Hauptausstellung der 18. Internationalen Architekturbiennale. Mit Away, einer journalistische Studie über das Leben rumänischer Migranten in Europa und Shrinking Cities, einer Untersuchung über das Schrumpfen von Städten in Rumänien, bespielte Rumänien seinen Länderpavillon auf dem Gelände der Giardini (deutsch: Gärten, rumänisch: Grădini) vor zwei Jahren. In diesem Jahr interpretiert das rumänische kuratorische Team das Labor der Zukunft über die Präsentation historischer technologischer Innovationen zur Inspiration für die Zukunft. Ausgangspunkt von Now, Here, There ist der Gedanke, dass zukunftsfähige Ideen und wissenschaftliche Innovationen immer auch aus dem Wissen zu und dem Verstehen von früheren Ideen entstehen. Im Bereich Lost Innovations (deutsch: Verlorene Erfindungen) sind eine Reihe von Originalartefakten zu sehen, die von rumänischen Innovatoren erfunden und umgesetzt wurden, welche wiederum weitestgehend unbekannt blieben. So werden ein original Elektroautomobil aus dem Jahr 1904 (!), das heute noch voll funktionsfähig ist, und das weltweit erste (!) aerodynamische Automobil, gebaut in den 1920er Jahren, gezeigt. Letzteres sollte den Energieverbrauch während der Fahrt auf ein Minimum reduzieren. Erfunden hatte es der Rumäne Aurel Perșu, der erkannte, was damals noch nicht selbstverständlich war: Zum einen, dass die Räder innerhalb der Karosserie liegen müssen, zum anderen, dass die aerodynamisch perfekte Außenform sich am Bild eines fallenden Wassertropfens orientieren sollte. Verstanden hat seine Weitsicht damals niemand. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit spielt eine große Rolle im rumänischen Beitrag. In einem weiteren Bereich, Lateral Pedagogies (deutsch: Laterale Pädagogik), werden zahlreiche Fallstudien präsentiert, die interdisziplinär entstanden sind: Innovative Projekte, entwickelt von Teams aus Architektur, Stadtplanung und Design sowie aus der Soziologie, Anthropologie, Ökonomie und Politik, welche Lösungsansätze für verschiedenste Problemstellungen aufzeigen. Es zeigt sich, wie Architektur auf diesem Weg dazu beitragen kann, sozialpolitisch zu wirken und Raum- und damit Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Die Installationen im rumänischen Pavillon laden nicht nur zum Betrachten und Lesen ein, sondern auch zur interaktiven Teilnahme: Die Co-Thinking Installation (deutsch: Mitdenkende Installation) enthält mobile Karten, bedruckt mit Botschaften aus dem thematischen Feld der Ausstellung, welche mitgenommen werden können und durch jeweils neue Postkarten der Besucher und Besucherinnen ersetzt werden sollen. Mit einer Zeichnung, einer Notiz, einer Idee ... Am Ende jedes Ausstellungstages werden die aktuell platzierten Postkarten eingescannt und auf der Online-Plattform der Ausstellung publiziert. Das Generieren innovativer Ideen findet also nicht nur im Vakuum eines abgeschotteten Labors oder nur symbolisch statt, sondern im rumänischen Laboratory of the Future auch im ganz realen Zusammenspiel.

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